Leseprobe:

 

Wie Trossi in Schwung kommt

Mit festen, aber etwas plumpen Schritten tritt Trossi in den Garten. Die Fußabdrücke, die der kleine Albatros bei jedem Schritt hinterlässt, gleichen kleinen Katastrophen; Hunderte von umgeknickten Grashalmen, zerdrückten Blumen und sogar einige zappelnde Insekten bleiben auf der Strecke. Es ist schwer zu sagen, wie wohlgenährt Trossi wirklich ist, denn das gepflegte und elegante weiße Kleid verhüllt geschickt seinen Körper. Während nun Trossi mit einem Finger eine Fussel vom Federkleid schnipst, schleckt Trossi genüsslich an seinem Schokoladeneis. Man muss nämlich wissen: Trossi kann mit verbundenen Augen alle Eissorten der Eisdiele unterscheiden, da Trossi eine stadtbekannte Naschkatze ist. Zudem läuft Trossi – immer für ein Späßchen zu haben – meistens gut gelaunt in der Gegend herum.  

Heute allerdings soll Trossis Humor auf eine harte Probe gestellt werden. Nachdem Trossi direkt auf den Spielplatz marschiert ist, erklimmt Trossi geschickt mit einem geschmeidigen Hüftschwung die Sitzfläche der Schaukel. Plötzlich ist ein lautes Bersten und Getöse zu vernehmen. Die Aufhängung der Schaukel streckt sich Zentimeter um Zentimeter, ehe sie schließlich reißt. Mit dumpfem Aufschlag landet Trossi rücklings im Dreck, während Trossi mit weit aufgerissenen Augen verschämt um sich schaut. 

Oh, wie peinlich, denkt der kleine Albatros, hoffentlich hat mich keiner gesehen.

Zu spät, denn seine Mutter hat alles beobachtet. Mitten auf dem weißen Gipfel von Trossis Bauch klebt nun eine braune und sehr matschige Masse. Das Schokoladeneis rinnt wie ein Lavastrom den Bauch hinab, sodass Trossi der Appetit auf Eis mindestens für heute vergangen ist. Mit Schwung versucht Trossi wieder auf die Beine zu kommen. Das Aufstehen misslingt jedoch und Trossi findet sich wie ein Käfer auf dem Rücken liegend wieder. Schließlich robbt Trossi sich auf den Bauch. Diese Position erlaubt es Trossi wieder aufzustehen. 

„So geht das nicht weiter!“, schimpft Trossi mit sich selber.

„Ach, Trossi, den Fleck kann ich auswaschen“, ruft die Mama.

„Danke. Aber warum ist das Seil der Schaukel bloß gerissen? War das Seil alt und morsch? Oder bin ich etwa zu groß für die Schaukel geworden?“, fragt Trossi seine Mutter.

„Schau dir das Seil an, das sieht noch ganz gut aus. Ich befürchte, du bist zu schwer für die Schaukel geworden. Da gibt es logischerweise nur einen Weg ...“

„Du meinst also, ich muss abnehmen, abspecken?“, will Trossi betrübt wissen.

„Das wäre schon mal eine prima Idee“, stimmt seine Mama zu.

„Aber wie? Ich hasse Diäten!“, entgegnet Trossi, während er sich bedächtig über den Bauch streichelt.

„Also gibt es nur noch eine Möglichkeit: Dein Kalorienverbrauch muss erhöht werden, durch sportliche Bewegung, das bringt auch Spaß.“

„Du meinst mit Sport und Spaß abnehmen?“

„Genau, du hast es auf den Punkt gebracht.“

„Das klingt gut, Mama. Sport – Spaß – Fitness!“, jubelt Trossi.

 

 

Jonglieren: sieht einfacher aus, als es ist

 

Gestern war Trossi mit den Eltern im Zirkus. Auf dem Weg zur Schule berichtet Trossi Albi von diesem Besuch, wobei jede Kleinigkeit ganz genau beschrieben wird: das große bunte Zelt und die Zirkusluft, ein Gemisch aus frischen Heuduft und Tierdung.

„Die Raubkatzen waren riesige und gefährliche Monster, die durch brennende Reifen sprangen, und der Löwe brüllte ganz laut“, berichtet Trossi.

„Hatte der Zirkus noch andere Tiere“, will Albi wissen.

„Natürlich: Pferde, Esel, Hunde und ein Nilpferd.“

„Und gab es auch Clowns?“, fragt sein Freund.

„Na logisch. Die Clowns sind mit das Beste gewesen. Ich habe mich fast totgelacht. Und die Geschicklichkeitsspiele der Clowns waren atemberaubend“, erzählt Trossi weiter.

„Mit drei Bällen jonglieren kann ich auch“, behauptet Albi stolz.

„Was, das wusste ich gar nicht! Kannst du mir das auch beibringen?“

„Klar doch. Wollen wir nach der Schule heute Nachmittag anfangen?“ 

Als der Gongschlag die Schule für heute beendet, dürfen die beiden endlich aus dem Klassenzimmer stürmen.

„Los komm, lass uns jonglieren“, ruft Trossi Albi zu.

„O. k.! Hier sind drei Bälle. Wirf zunächst Ball eins hoch, danach Ball zwei und zum Schluss Ball drei“, sagt Albi.

Gesagt, getan, doch es folgt nur tock – tock – tock und die Bälle liegen schon auf dem Boden.

„Das ist aber schwierig“, meint Trossi nach etlichen missglückten Versuchen.

„Du darfst nicht aufgeben und musst nur fleißig üben“, antwortet Albi.

„So schnell gebe ich auch nicht auf. Gib mir die Bälle“, bittet Trossi.

„Sei froh, dass es keine Eier sind, sondern Bälle. Sonst müsstest du tagelang Rühreier essen“, spottet Albi.

Trossi übt viele Tage, ehe Trossi mühelos die drei Bälle kreisen lassen kann. Danach versucht Trossi mit Ringen, Keulen und Plastiktellern zu jonglieren. Schließlich will Trossi auch das Jonglieren mit einem oder mehreren Partnern versuchen. Deshalb besucht Trossi den Freund Albi.

„Hallo, Albi. Das Jonglieren mit drei Gegenständen funktioniert schon ganz gut. Nun kam mir die Idee, mit dir zusammen zu jonglieren. Hast du Lust?“, fragt Trossi.

„Ja, gute Idee.“ Sofort holt Albi seine Jonglierbälle.

Den ganzen Nachmittag werfen sich die beiden Bälle, Ringe und Keulen zu. Dabei besteht die Kunst des Jonglierens darin, möglichst viele Gegenstände hoch und weit zu werfen und natürlich wieder zu fangen.